Harmoniumgeschichte:

Um die Wende zum 19. Jahrhundert ist der Entstehungs-Zeitpunkt des Harmoniums zu datieren. Zurückzuführen ist die Erfindung des Harmoniums auf die Experimentierfreudigkeit der damaligen europäischen Instrumentenbauer und von der Kunde eines chinesischen Instruments namens Seng.

Der wesentliche Unterschied zur Orgel liegt vor allem in der Tonerzeugung. Während in Orgeln bis zu diesem Zeitpunkt nur Labialpfeifen bzw. Lingualpfeifen (aufschlagende Zungen mit Resonanzkörper) zur Tonerzeugung dienten, wurden beim Harmonium ausschließlich durchschlagende Zungen verwendet. Etwas genauer beschrieben handelt es sich bei der durchschlagenden Zunge um eine, an einem Ende aufgeschraubte oder vernietete Metallzunge, die in einem ebenfalls aus Metall gefertigten Rahmen frei schwingt und damit einen Luftstrom zum Tönen bringt!

Schnitt durch ein Druckwindharmonium:

      Orgelbau Schomberg

Der offenbare Namensgeber für das Instrument war Alexandre Francois Debain aus Paris, im Jahre 1840. Er war auch der erste der ein Harmonium mit mehreren, verschieden klingenden Registern baute.

Eine wesentliche technische Änderung gab es dann noch durch amerikanische Instrumentenbauer. Sie ersetzten den vom Orgelbau übernommenen Druckwind durch den Saugwind, so dass bei diesen Instrumenten im Gegensatz zur Orgel im Inneren der Windlade Unterdruck herrscht und die atmosphärische Luft einströmt, sobald ein Spielventil geöffnet wird.

Diesem so genannten Saugwindharmonium wurde vor allem ein milderer, orgelmäßigerer Klang nachgesagt. Dies ist neben der schlankeren Bauweise wohl der Grund, dass sich dieser Baustil durchsetzte.

grafische Schnittdarstellung eines Saugwindharmoniums:

  Orgelbau Schomberg     

Eingangs wurde das Harmonium als eine merkwürdige Erscheinung bezeichnet. Zwar hatte es, ungeachtet aller Anfeindungen, eine beachtliche Verbreitung gefunden, und seine Herstellung stellte in der Blütezeit des Instruments einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Dennoch verschwand es in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg sang- und klanglos aus dem Musikleben.

Ein Hauptgrund liegt wohl in der Erfindung der elektrischen Orgel, die die Funktion als Pfeifenorgelersatz übernahm.

So dass heute nur noch vereinzelt Harmoniums existieren. Es aber durch die Seltenheit immer mehr an Beliebtheit bei Musikliebhabern findet

Pfeifenorgeln von der Orgelbauwerkstatt Willehard Schomberg aus Friesoythe-Kamperfehn